Zu wessen Wohle?

(17.03.19) Seit das ehemalige Landschaftsschutzgebiet „Fleckenhöhe“ in den Flächennutzungsplan aufgenommen wurde versuchen die immer gleichen Hauptakteure mit allen Mitteln ihre Erschließung durchzusetzen. Einen konkreten Bedarf dafür gibt es nicht und gab es nie. Aber wen wunderts? Ein Neubaugebiet, so groß wie Neuer Heubusch, Rück1 und Rück2 zusammen, das wäre ein riesiger Kuchen zum Verteilen! Viele könnten sich ein Sahnestück davon abschneiden, z.B. Investoren, Planungsbüros, Erschließungsgesellschaften, Bauhandwerker und die Eigentümer der etwa 100 Flurstücke. Nur für die Gemeinde bliebe kein einziger Krümel übrig, ganz im Gegenteil: die müsste nach dem Festmahl noch den Abwasch machen!

Denn fragt man nicht Waldbronns selbsternannte Laien-Städteplaner und Amateur-Kämmerer nach ihren Fantasien, sondern anerkannte und unabhängige Experten nach den Fakten (z.B. vom Deutschen Institut für Urbanistik DIFU), wird ganz schnell klar:

stellt man Ausgaben und Mehreinnahmen gegenüber (=„fiskalische Kosten-Nutzen-Analyse“), dann können Gemeinden wie Waldbronn heutzutage mit NeuerschließungennurGeld verlieren. Dabei ist das Minus bei Gewerbeflächen nochmal deutlich höher als bei Wohnflächen. In vielen Untersuchungen, Studien und Beispielrechnungen belegen sie seit Jahren: Die Kosten für Bau und dauerhaften Erhalt der zusätzlich erforderlichen sozialen und technischen Infrastruktur übersteigen die möglichen Steuermehreinnahmen. Die beste Strategie für jeden Gemeindehaushalt ist daher die Nutzungsoptimierung bestehender Strukturen und Ressourcen. Eine moderate Innenentwicklung. Genau das, was auch im Leitbild steht.

Eine riesige Betonflut auf der Fleckenhöhe und ähnliche „Visionen“ würden die Haushaltsprobleme dramatisch verschärfen. Zu Lasten z.B.der freiwilligen Einrichtungen. Zu Lasten der Vereinsförderung. Zu Lasten der Kinder, Jugend- und Seniorenbetreuung. Zu Lasten der überfälligen Kanal- und Straßensanierungen. Zu Lasten aller Bürger Waldbronns. „Zum Wohle der Gemeinde“ kann das ganz sicher nicht sein. Zum Wohle Einzelner durchaus.

Ein Mitbürger formulierte es in einem anonymen Schreiben an uns weitaus drastischer: „es gibt schon zu viel Äckerlesmilionäre“.

+ + +Trau schau wem!" Viele weiterführende Infos und Links zum Kommunalwahlkampf und seinen Themen finden Sie beim lokalen Mediendienst www.zukunft-waldbronn.de + + +


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